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Kontakte zwischen der

Schlossschule in Jasnaja Poljana/Trakehnen

sowie der

Seit 2007/2008 entwickelt sich auf Initiative der Freien Waldorfschule Dresden eine weitere Schulpartnerschaft mit der Schloßschule Jasnaja Polojana.



Schüleraustausch 2016

Im Rahmen der seit 2013 bestehenden Partnerschaft zwischen der Freien Waldorfschule Dresden und der Zamkovskaja Shkola, Jasnaja Poljana (Trakehnen), fand im Juni 2016 die bereits vierte Schülerbegegnung statt. Es hat sich inzwischen eingependelt, dass es unsere 8. Klasse ist, die nach Russland fährt, während der Gegenbesuch der russischen Schüler im darauf folgenden Schuljahr stattfindet. Von russischer Seite nahmen 30 Schüler der 8. und 9. Klassen teil, wir waren mit 31 Schülern vertreten.

Die großen Mühen der Vorbereitung und Organisation, die wie immer fast ein ganzes Jahr in Anspruch nahmen, waren diesmal in wohltuender Weise getragen von den Erfahrungen des letzten Schüleraustauschs. Die Kooperation mit der Partnerschule und die Absprachen mit den verantwortlichen Lehrern gestaltete sich reibungslos. Wir wurden überaus freundlich und wohlwollend empfangen.

Wie auch schon damals vor zwei Jahren hatten wir den Zeitpunkt der russischen Sommerferien gewählt. So waren das Schul- und das Internatsgebäude für uns frei und auch die Lehrer und Schüler konnten sich ganz dem Austausch widmen. Es gab ein ausgesprochen vielseitiges und abwechslungsreiches Programm, an dem ein ganzer Stab von Kollegen und freiwilligen Teilnehmern mitwirkte. Angefangen mit den Projekten auf dem Schulgelände, die am "Dresdner Platz" ihren Ausgangspunkt nahmen. So heißt nämlich heute der Spielplatz mit den bunten Holzfiguren, welchen vor zwei Jahren unsere Vorgängerklasse aus Dresden mit ihren russischen Partnern gestaltet hat.

Wir setzten sozusagen das Werk fort, indem wir Beete anlegten, den weitläufigen Zaun um das Schulgelände reparierten und mit neuer Farbe strichen, einen neuen Wegweiser errichteten, die Bänke renovierten und den Park pflegten. Dabei stand nicht die Absicht im Vordergrund, auch dieses Mal sichtbare Spuren zu hinterlassen, sondern vielmehr die Erwartung, dass die Schüler dieser Altersstufe in der praktischen Arbeit leichter Kontakt aufnehmen und sich gegenseitig besser erleben und näher kommen werden. Das Konzept ging voll auf, und wenn es bei dem einen oder anderen beim gemeinsamen Arbeiten noch nicht zündete, so geschah das dann aber spätestens bei den vielen bunten und fröhlichen Gemeinschaftsspielen, von denen unsere Gastgeber eine unglaubliche Fülle parat hatten.

Restlos begeistert von der russischen Gastfreundschaft und der liebevollen Hilfsbereitschaft, die uns aller Orten erwiesen wurde, waren unsere Schüler dann aber nach ihrem Wochenendbesuch in den Gastfamilien! Diese schöne Erfahrung brachte bei den meisten unserer Schüler dann auch den Durchbruch beim Anwenden ihrer Russischkenntnisse. Die russische Sprache wurde immer eifriger eingesetzt. Auch mit Hilfe des vorbereiteten Fragenkatalogs für das Tagebuch kam der persönliche Austausch immer mehr in Gang. Natürlich gab es wieder eine Reihe von Exkursionen in die nähere und auch fernere Umgebung. Wir besuchten das Gestüt Georgenburg, wo wir echte Trakehner Pferde zu Gesicht bekamen und sogar eine Runde reiten konnten. Die enge Verflechtung der Geschichte des Ortes mit der Pferdezucht war uns bereits im schuleigenen Museum des Hauptgestüts Trakehnen anschaulich demonstriert worden. Eine Stippvisite führte uns nach Kaliningrad samt Dom und Kant-Grabmal. Wir besuchten Svetlogorsk (Rauschen) an der See und hatten dort einen herrlichen Badetag samt vorzüglicher Restaurant-Mahlzeit. Es wurde sogar Bernstein gefunden! Die Rominter Heide bezauberte uns mit ihren herrlichen landschaftlichen Reizen und Naturwundern, die wir am Wystiter See und in Krasnolesie (Groß Rominten) erleben durften.

Die auf den Busfahrten durchs Land häufig zu sehenden unbearbeiteten Flächen, auf denen sich die Natur mit Gras, Büschen und Wildblumen ungehindert ausgebreitet hat, verleihen dem Land einerseits ein wunderschönes, idyllisches Aussehen, warfen aber die Frage nach den Gründen auf, die die wirtschaftliche Nutzung dieses bestimmt wertvollen Ackerlandes verhindern. Nachdenklich stimmte uns der Besuch des Gusewer Heimatmuseums und des Soldatenfriedhofs Matischkemen, wo uns die Geschichte der beiden Kriege eindrücklich vor Augen geführt wurde. Mahnendes und viel Versöhnliches drückte sich im Vortrag der russischen Lehrer aus. Für uns deutsche Gäste war es eine ganz neue Erfahrung mitzuerleben, wieviel Raum man in Russland dem Gedenken seiner Vorfahren widmet und wie stark man in dem Bewusstsein lebt, dass die eigene Familiengeschichte von entscheidendem Einfluss auf die persönliche Entwicklung ist. In einer spontanen Aktion leisteten wir den dort bestatteten deutschen und russischen Gefallenen des 1. Weltkriegs Ehrung und bereinigten den - voriges Jahr mit staatlichen Mitteln erst frisch restaurierten - Friedhof von den Folgen des jüngst über das Land getobten Orkans. Unsere Gruppe bekam auch immer wieder Besuch von interessierten russischen Jugendlichen, welche am letztjährigen Austausch teilgenommen hatten und nun die jüngeren Geschwister ihrer Dresdner Freunde kennen lernen wollten. Dabei stellte sich heraus, dass noch mancher Kontakt über die sozialen Netzwerke lebendig geblieben ist. Ein schöner Beweis dafür, dass unsere Freundschaft nun schon über ein festes Fundament verfügt.

Auch dieses Mal fiel uns der Abschied nach 10 Tagen sehr schwer. Es flossen reichlich Tränen, und neben so manchem Herzen ließen wir auch das Versprechen zurück, dass die neu gewonnenen Freunde uns auf jeden Fall noch dieses Schuljahr in Dresden besuchen kommen sollen.

Dem Trakehnenverein sei es herzlich gedankt, dass er erneut mit einer großzügigen Spende an die russische Schule unseren Austausch finanziell unterstützte.

Ein Reisebericht von Johannes Rex, dem begleitender Russischlehrer - Juni 2016

 


 


„Ich fand es wunderbar! Ich wünsche mir,
dass wir uns nächstes Jahr unbedingt
wiedersehen!“

„Wir haben so vieles erlebt und gesehen.
Ich möchte mich ganz besonders bei
meiner Gastfamilie bedanken, die mich so
liebevoll aufgenommen hat.“

Dies nur zwei der vielen Eindrücke der russischen Schüler, die am diesjährigen Schüleraustausch zwischen der Freien Waldorfschule Dresden und der Mittelschule Jasnaja Poljana teilgenommen haben. Mit einem hohen finanziellen und persönlichen Aufwand gelang es den Organisatoren der Dresdener Schule, des Trakehnenvereins sowie der vielen Gastfamilien in der sächsischen Hauptstadt den 25 Gästen unvergessliche Momente zu ermöglichen.

Vielen Dank allen Unterstützern!

Fast täglich gab es verbindliche gemeinsame Unternehmungen, in die trotz der Ferienzeit auch viele der deutschen Schüler der Klasse 9b eingebunden und beteiligt waren. Dazu gehörten u.a. der Besuch des Deutsch-Russichen Kulturinstitutes, die Entdeckung der bekannten kulturellen Highleights durch eine von den Schülern organisierte Stadtrally  oder eine Kanutour.


Weitere Einzelheiten erfahren Sie in den nächsten Wochen auf unserer Homepage oder auf der Mitgliederversammlung des Trakehnenvereins am 16.10.2015 in Neumünster.

Update von Oktober 2015: Hier können Sie bereits einen ersten Bericht ergänzt mit Bildern, die uns freundlicherweise Herr Rex von der Waldorfschule Dresden bereit gestellt hat, einsehen.


 

Nächste Runde im Schüleraustausch Dresden - Jasnaja Poljana, Kaliningrader Gebiet

 Am 16. Juli 2014 kehrte die Klasse 8b der Freien Waldorfschule Dresden etwas müde aber wohlbehalten von ihrem ersten Russland-Aufenthalt wieder. Die lange Busreise enführte uns gar zu schnell fort von den neu gewonnenen Freunden, den gemeinsamen Erlebnissen und den vielfältigen Eindrücken, die wir von der russischen Lebensweise gewinnen konnten, in den gewohnten Alltag zurück. Der tränenreiche nicht enden wollende Abschied am nächtlichen Lagerfeuer des letzten Tages war das überwältigende Zeugnis einer vollauf gelungenen deutsch-russischen Jugendbegegnung.   Von den Schülern und Lehrern unserer Partnerschule, der Samkovskaja Schkola im Dorf Jasnaja Poljana (Trakehnen), wurden wir schon bei unserer Ankunft überaus freudig und begeistert empfangen. Einige von ihnen kannten wir bereits von deren vorausgegangenem Erstbesuch bei uns in Dresden im September vergangenen Jahres. So übertrug sich die uns entgegengebrachte Offenheit, ja herzliche Zuneigung sehr bald auf unsere deutsche Gruppe...

Im Wohnheim („Internat“) der Schule lebten die deutschen mit den russischen Schülern zusammen in großen Mehrbettzimmern, auch die Mahlzeiten wurden gemeinsam eingenommen. So wurden die 11 Tage zu einer wirklich intensiven Begegnungszeit, in der man sich auf vielfältige Weise näher kam und kennen lernte, und in der sich immer mehr Wärme entfaltete. Während sich in den ersten Tagen der Kontakt unter den Schülern noch vorwiegend nonverbal vollzog, wie beispielsweise beim beliebten Tanzspiel „Rutschejok“, kamen nach Überwindung der ersten Scheu -sehr zur Freude des Russischlehrers- immer häufiger beide Sprachen zum Einsatz. Gestützt durch die Übersetzungsfunktion der -ständig präsenten- modernen Mediengeräte kam es dabei zu  intensiven Gesprächen. Bemerkung am Rande: Dank der sozialen Netzwerke findet der Fernaustausch sogar heute noch (1 Monat später) statt.   Die verantwortlichen russischen Lehrer, allen voran Marina Lysenkova, hatten viel Engergie in ein abwechslungsreiches Programm investiert. Die Besichtigung des schuleignenen Museums der Geschichte des Hauptgestüts Trakehnen und der Schlossschule im ehemaligen Landstallmeisterhaus („Schloss“) nebst dem neuen Tempelhüter-Standbild machten den Auftakt. Humorvoll und pädagogisch überzeugend von der Museumsleiterin Vera Lysenkova geführt und perfekt vom Deutschlehrer Ivan Kuznetsov gedolmetscht.

An mehreren Tagen wurde auch richtig gearbeitet: die Schüler bauten unter tatkräftiger Anleitung eines ganzen Stabs von Lehrern einen Kinderspielplatz, welcher der etwas eintönigen Wiese vor dem Internatsgebäude ein sehr farbenfrohes, anregendes und lebendiges Aussehen verlieh. Hier können die Kleinen der Schule und des Ortes nun auf bunten Holzfiguren reiten und im Sandkasten spielen oder die Zwergenlandschaft mit Häuschen und Bach bestaunen. Es gab einen Badeausflug an den herrlichen Wystiter See, bei dem sich die verschiedenen Gruppen im örtlichen Ferienlager zum Tag der Liebe, Familie und Treue gegenseitig Lieder vorsangen, wobei große Erwartungen an die sangesgeübte deutsche Gruppe gereichtet waren, welche wir auch offensichtlich nicht enttäuschten. Von der Lagerleitung wurde auch eine spannende Ralley durchs wilde Gelände veranstaltet, welche Ausdauer, Mut und Gruppensinn erforderte und in der Übwerwindung eines schwarzen Schlammgrabens gipfelte, was insbesondere manchen Zuschauern sorgenvolle Minen in die Gesichter zeichnete. Wir besichtigten den Soldatenfriedhof Matischkemen und wurden dabei durch eine klare und mittels Plakaten sehr anschaulich gehaltene Präsentation von der Geschichtslehrerin Marina Lysenkova in die Zusammenhänge des 1. Weltkriegs eingeführt. Ein Beitrag, der die Gemüter berührte und den jungen Menschen die Bedeutung von Frieden und Völkerverständigung in eindrücklicher Weise erlebbar werden ließ. Ein Ausflug in das Dorf Krasnolessje (Groß-Rominten) brachte uns die malerische Landschaft des Dreiländerecks mit ausgedehnten blumenbewachsenen Hügeln und Tälern und dem riesigen Waldgebiet der Rominter Heide vor Augen. Im kleinen Naturkundemuseum des Ortes wurden wir von Museumsleiter Aleksej Sokolov in die Geschichte und den natürlichen Reichtum dieses Landstrichs eingeführt. Es folgte von einer Wanderung in ein nahegelegenes Quellgebiet innerhalb einer völlig unberührten, zauberhaften Natur. Selbstverständlich stand auch die Stadt Kaliningrad auf dem Programm, mit dem Besuch des Bernsteinmuseums und der Besichtigung des Doms und des Grabmals des berühmtesten Sohnes der Stadt: Immanuel Kant. Anschließend verbrachten wir den ganzen Nachmittag in Swetlogorsk (Rauschen) beim Baden und Sonnen auf seinem wunderschönen Sandstrand unterhalb der imposanten Steilküste, bzw. beim Bummeln durch den gepflegt wirkenden Kurort mit seiner klassischen Bäderarchitektur und vielen Einkaufsmöglichkeiten.

Viel Spaß gab es bei einem, von Mathematiklehrer Nikita Gurev vorbereiteten, Quiz- und Geschicklichkeitsnachmittag auf dem Schulgelände, bei dem das Hauptaugenmerk auf die Solidarität in den gemischten Kleingruppen gerichtete war. Natürlich wurde auch der Sport nicht zu kurz kommen gelassen. Vor allem für das Fußball- und Volleyballspiel gab es zwischendurch immer wieder Gelegenheit. Ein durch die WM-Begeisterung beflügeltes deutsch-russisches Fußballturnier auf dem großen Sportplatz des Dorfes lockte sogar einige fremde Zuschauer an.   Mit der schon bald erkennbaren russischen Flexibilität wurden dann auch mühelos spontane Bedürfnisse zufriedengestellt, wie beispielsweise der große Wunsch danach, die letzten Spiele der Fußball-WM im Fernsehen verfolgen zu können. Am meisten jedoch waren die deutschen Schüler begeistert von ihren Erlebnissen, als sie am Wochenende für zwei Tage in den russischen Familiene zu Gast waren. Dabei waren die Sorgen im Vorfeld dieses Wochenendes nicht unerheblich gewesen, und zwar auf beiden Seiten: Halte ich es aus ohne meine beste Freundin? Werde ich mich verständigen können? Was sage ich, wenn mir das Essen nicht schmeckt?... Und von der anderen Seite: Können wir den Gästen genügend bieten? Ist unsere Wohnung komfortabel genug? Ist unser ländlicher Standard nicht zu primitiv für die deutschen Stadtbewohner?... Aber nichts von alledem trat ein. Das pure Gegenteil war der Fall! Gegenüber den gewöhnungsbedürftigen sanitären Anlagen und Mahlzeiten des Wohnheims wurden die Gäste in den Familien mit herzlicher Zuneigung und der sagenumwobenen russischen Gastfreundschaft empfangen... Das Landleben, die tägliche Arbeit mit den Tieren, das Melken der familieneigenen Kuh wurde von unseren Schülern begeistert miterlebt.

Das Fazit am Ende war: wir möchten so bald wie möglich wieder hierher, aber dann nur noch in den Familien zu Gast sein! Ein herzliches Dankeschön an den Trakehnenverein, der mit seiner fianziellen Unterstützung zur Realisierung dieses Besuches beigetragen hat! Der Gegenbesuch in Dresden im nächsten Jahr ist durch so viel entstandene Nähe quasi schon zum Muss geworden. Wir sind überzeugt, dass uns diesmal nicht nur ein kleines privilegiertes Auswahlgrüppchen besuchen soll, sondern die ganze Klasse!

 

 

Gelungener Schüleraustausch 2013: Besuch Russischer Schüler aus Trakehnen in Dresden

Dem Trakehnenverein ist es gelungen, zwischen der Freien Waldorfschule in Dresden und der Real-und Hauptschule in Trakehnen, dem jetzigen Jasnaja Poljana, eine neue Partnerschaft zu fördern. Vor einigen Jahren hatte eine Schülergruppe jener Schule aus Dresden eine erlebnisreiche Schülerfreizeit in Trakehnen verbracht. Daraus entwickelten sich erste fruchtbare Kontakte. Ende April 2013 fand dann ein Besuch einer vierköpfigen Lehrerdelegation aus Trakehnen in Dresden statt. Dieser verlief äußerst freundschaftlich und erfolgreich. So konnten in einem Partnerschaftsvertrag die Leitlinien für einen jährlich stattfindenden zweiwöchigen deutsch/russischen Schüleraustausch festgelegt werden. Trotz der Unterschiede, die den beiden jeweiligen Schulen in Dresden und Trakehnen zugrunde liegen, waren sich die Lehrkräfte beider Seiten doch einig in der Überzeugung, dass sie auf eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit vertrauen können.
Mit der finanziellen Unterstützung seitens des Trakehnenvereins und dank der Initiative des Russischlehrers, Herrn Johannes Rex, konnte bereits im September diesen Jahres eine zwölfköpfige Schüler-/Lehrergruppe aus Trakehnen in der Freien Waldorfschule zehn Tage zu Gast sein. Die Gastschüler aus Russland machten dort Bekanntschaft mit den Grundprinzipien der Waldorfpädagogik. In dem sie an dem Unterrichtsgeschehen teilnahmen, erfuhren sie , dass bei der gewollt ganzheitlichen Erziehung, die ohne strikte Lehrpläne und in den unteren Klassen ohne Zensuren auskommt, neben den intellektuellen Fähigkeiten auch künstlerische und handwerkliche Begabungen gleichermaßen gefördert werden.
An persönlicher Betreuung und familiären Kontakten sollte es nicht fehlen. Die russischen Gäste wurden während ihres Aufenthalts in den Familien der Schülereltern freundschaftlich aufgenommen. Bei ihrem ersten Stadtrundgang versetzten die herrlichen Bauten – der Zwinger, die Semperoper, das Stadtschloss und die wieder aufgebaute Frauenkirche die russischen Besucher in großes Staunen. Einige deutsche Schüler hatten die Aufgabe übernommen, die Besonderheiten der einzelnen Bauten ihren Gästen in kleinen Vorträgen - gehalten in russischer Sprache - näher zu bringen. Einen Höhepunkt für die russischen Gäste stellte der sehnlichst erwartete Besuch der Gemäldegalerie „ Alte Meister“ dar.


Die russischen Schüler und Schülerinnen konnten auf gezielten Fahrten durch Sachsen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Gastlandes, so vor allem die Sächsische Schweiz, kennen lernen. Ein Besuchstag wurde den Pferden gewidmet. Bei herrlichem Sonnenschein wurde vormittags die Reisegruppe im Sächsischen Landgestüt Moritzburg von der Gestütsleitung freundlich empfangen. Ein anschauliches Bild davon, wie es in Teilen des ehemaligen preußischen Hauptgestüts Trakehnen mal ausgesehen hat, konnten sich die Schüler/innen bei ihrem Besuch in Moritzburg machen. Während der Führung durch die prächtige Gestütsanlage und die ehemaligen Jagdstallungen des Moritzburger Schlosses, die ca. 100 Hengste verschiedener Rassen beherbergt, konnten die Besucher auch einen wunderbaren Trakehner Schimmelhengst bewundern.
Während der zehn Tage erarbeiteten die russischen und deutschen Schüler gemeinsam in verschiedenen Projektgruppen an solchen Themen wie “Russische Spuren in Dresden“, “Unsere beiden Schulen im Vergleich“,“ Dresdner Persönlichkeiten“, „Illustration eines russischen Märchens“, „ Kochen russischer und deutscher Gerichte“. Die Ergebnisse wurden am vorletzten Tag bei unserem Abschiedsfest den Mitschülern, anwesenden Eltern und Lehrern in beiden Sprachen vorgestellt. Dazu wurden russische und deutsche Gerichte serviert, gesungen und getanzt.
Aus der Sicht der beiden Partnerschulen war die Begegnung ein voller Erfolg. Die deutschen Schüler, die seit acht Jahren Russisch lernen, hatten das erste Mal die Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse auch praktisch anzuwenden, was der Lernmotivation zu großem Auftrieb verhalf. In ähnlicher Weise konnten die Gäste aus Russland ihr Deutsch verbessern. Einige Schüler stehen über die sozialen Netzwerke bis heute in engem Kontakt miteinander. Schon bald nach der Abreise traf in Dresden ein Dankschreiben aus Trakehnen ein, indem besonders das von Herrn Johannes Rex sorgsam geplante und lehrreiche Programm des Schüleraustausches gelobt wurde. Im Juli 2014 erwartet die Samkowskaja—Schule, die in Trakehnen im ehemaligen Landstallmeisterhaus untergebracht ist, eine Gruppe von dreißig Schülern /innen aus Dresden zum Gegenbesuch. Der Trakehnenverein wird sich auch weiterhin im Interesse der Völkerverständigung für diesen Schüleraustausch einsetzen.

Dr. Horst Willer u. Johannes Rex


Im April 2013 nun wurde diese Partnerschaft durch einen Besuch einer Lehrergruppe aus Trakehnen fest besiegelt. Im Rahmen des mehrtägigen Aufenthaltes in Dresden wurden zwischen den beiden Schulen in einem schriftlichen Partnerschaftsvertrag die wichtigsten Punkte , wie die pädagogischen Ziele des Schüleraustauschs, die Häufigkeit der Besuche, die gegenseitige Verpflichtungen, die Finanzierung und Möglichkeiten der Gewinnung von Spendengeldern festgehalten.

Liebe Freunde und Unterstützer: ohne externe finanzielle Unterstützung bei den Reisekosten wird der Austausch für die russische Seite nicht leistbar sein. Spenden und jegliche Unterstützung sind herzlich willkommen.
Man will aber nicht nur die Hände aufhalten, sondern auch mit den Schülern vielfältig aktiv werden, um Gelder dazuzuverdienen (gemeinsame Schüleraufführungen in Dresden, Spendenaktionen im Museum, aktive Bewerbung der Schulpartnerschaft in der Öffentlichkeit, Suche weiterer Sponsoren...).

Bereits im Spetember könnte die erste Schülergruppe aus Jasnaja Plojana zu Gast in Dresden sein - wir hoffen auf vielfältige Unterstützung!

 

Einem ersten Besuch Dresdener Schüler zu Pfingsten 2008 in Trakehnen folgte nun im Rahmen des relmäßigen Walsrode-Austausches sowie der wechselnden Gastgeberschaft der Zuchtbezirke des Trakehnerverbandes Ende April/Anfang Mai 2009 ein Gegenbesuch der russichen Schüler in den Neuen Bundesländern sowie speziell auch in der sächsischen Hauptstadt Dresden.

Ein reichhaltiges Programm, gestaltet vom Kollegium der Waldorfschule und Herrn L. Thiel erwartete die Besuchergruppe in Dresden. Waren die ersten beiden tage noch von gemeinsamen Aktivitäten der russichen und deutschen Schüler geprägt, so folgte am dritten Tag ein hippologischer Ausflug ins Sächsische Landgestüt Moritzburg sowie zum Zucht- und Gastronomiebetrieb der Familie Richter in Großwaltersdorf.

Hervorzuheben ist das besondere Engagement der Schüler und Lehrer der Waldorfschule, die durch vielfältige persönliche Betreuung und den familiären Kontakt (alle Gäste waren während des Aufenthaltes in Gastfamilien unterbracht) unvergessliche Tage in Sachsen organisiert haben. Das Schülerprogramm umfasste in diesen Tagen gleichermaßen ein gemeinsames Stadtspiel in Dresden mit dem Besuch verschiedenster Sehenswürdigkeiten sowie den Besuch der Sächsischen Schweiz mit Bahn und Schiff und einer Wanderung.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals den vielen Unterstützern und Helfern!

Im Herbst 2009 erreichte uns ein Reisebericht von russischen Schülern zur Austauschfahrt nach Dresden, der als Abdruck der Zamokowskaja Prawda (03.05.2009) freundlicherweise von Frau Martina Iwanowa übersetzt worden ist und hier veröffentlicht werden soll:


Zamokowskaja Prawda, 3. Mai 2009
Öffentliche Zeitung der Zamokower Grundschule

Internationaler Schüleraustausch
In diesem Jahr durfte ich am Programm des Internationalen Schüleraustauschs teilnehmen. Zu Anfang habe ich mich natürlich unglaublich gefreut und konnte es kaum abwarten die Reise anzutreten. Aber dann, als die Koffer schon gepackt waren und es an der Zeit war, unsere Plätze im Bus einzunehmen, wurde mir mit Schrecken klar, dass ich die Sprache des Landes, in dem ich zwei Wochen verbringen sollte, nicht genügend beherrschte. Doch bereits bei meiner Ankunft in Dresden war meine Aufregung fast verflogen. Während der 24 Stunden dauernden Fahrt hatte ich gar nicht erst versucht, meine Kenntnisse der deutschen Sprache zu erweitern, hatte mich aber beruhigt und entschieden, die Lücken in der Praxis zu füllen. Wir kamen in Dresden - dieser großen und sehr schönen Stadt - an. In der Waldorfschule trafen wir unsere alten Bekannten wieder, die uns schon besucht hatten, und schlossen auch Freundschaft mit neuen Kindern.

Jeden Tag unternahm man mit uns verschiedene Ausflüge. In einer Woche Aufenthalt in Dresden waren wir auf dem Theaterplatz gewesen, hatten uns die Alt- und die Neustadt angeschaut und zwei Gestüte besucht. Doch am meisten blieb uns der Tag im Gedächtnis, als unsere Gruppe in die Sächsische Schweiz aufbrach.
Ich bin stolz auf unsere Lehrer, sie überwanden - immer den Gipfel im Visier - Stufen, zerklüftete Felsen, Hügel und Senken wie die Jungen. Für uns alle war es sehr anstrengend, aber das, was wir oben auf dem Berg zu sehen bekamen, war jede Mühe wert. Ein unvergessliches Panorama: Berge, Städtchen, Wälder und samtene Wiesen. Welche Pracht und Schönheit! Nicht mit Worten zu beschreiben. Wir kehrten mit der Elbfähre in die Stadt zurück. Am letzten Abend hatte man für uns ein Abschiedskonzert, einen Grillabend und eine Diskothek organisiert. Am nächsten Morgen hieß es abreisen. Wir warteten mit unseren Taschen auf die Busse. Zu unserem Leidwesen dachten wir, dass unsere Freunde nicht dabei sein könnten, da sie Unterricht hatten. Doch 10 Minuten vor der Abfahrt öffneten sich die Schultore und heraus strömten jede Menge Schüler. Waren sie es wirklich? Ja, es waren unsere Freunde, die gekommen waren, um sich von uns zu verabschieden. Wie viele es waren. Wir tauschten schnell Telefonnummern und Adressen aus. Auch als wir schon aufgerufen wurden in die Busse zu steigen, weinten wir noch und wollten uns nicht von unseren Freunden trennen ....
Wir hatten sie, die Waldorfschule und auch Dresden in unser Herz geschlossen.
T. Startschenko, L. Jureshewa, E. Trifonowa
Übersetzung aus dem Russischen: Martina Ivanov
31. Mai 2009

 

Über weitere Unterstützung des Schüleraustausches durch die Mitglieder des Vereins sowie die Züchterschaft würden wir uns sehr freuen!

Realschule Walsrode

Viele Jahre Jahren unterhielt die Realschule Walsrode Kontakte mit regelmäßigen Schüleraustauschfahrten zur Schule in Trakehnen.


Der gegenseitige Schüleraustausch und der laufende Kontakt darüber hinaus hat zum Ziel, den SchülerInnen der beiden Ländern zu ermöglichen, andere Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen, wodurch Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt werden. Diese Kontakte werden auch über den Schüleraustausch hinaus weitergeführt. Viele SchülerInnen bleiben durch Brieffreundschaften oder über Email in Kontakt.

Die Dierektorin der Schloßschule - Jelena Sanjuk - sagt dazu: "Wir müssen unsere Kinder so erziehen, dass sie wirklich in Frieden und in Freundschaft leben. Wir haben einen sehr guten Schüleraustausch mit Walsrode. Hier wachsen Bäume, die von den Schülern aus Deutschland gepflanzt worden sind. Frieden muss sein."

Die Partnerschaft geht auf das Engagement des Verein der Freunde und Förderer des ehemaligen Hauptgestüts Trakehner e.V. - insbesondere der Herren Hagen und Thiel zurück.

Im Jahr 2004 erfolgte der erste Besuch von Schülern aus Niedersachsen in Nordostpreußen unter der fachkundigen Leitung von Herrn Hillmann.
Schon im Mai 2005 konnte eine zweite Fahrt für eine Gruppe von 15 Schülern organisiert und durchgeführt werden. Diesmal zeichnete Herr Thiel für die Begleitung der Jugendlichen verantwortlich. Die Schüler haben dazu einiges Material zusammengetragen und auf der Website ihrer Schule veröffentlicht.

Herzlicher Empfang an der Schlossschule

Ein Gegenbesuch der russischen Schüler fand wie in den vergangenen Jahren auch 2005 wieder statt. Gastgebender Zuchtbezirk des Trakehnerverbandes war in diesem Jahr Rheinland-Pfalz/Saar. Die Gruppe bestand aus den jeweils 4 jahrgangsbesten Schülerinnen und Schülern der Klassen 8 und 9 sowie 4 Lehrern.

Das umfangreiche Programm führte die Schüler in Begleitung von Herrn Thiel nach einem Aufenthalt in der Realschule Walsrode und dem Vogelpark zunächst in Richtung Südwest. Besuche und Führungen in Köln, Speyer, Bad Dürkheim und Trier bildeten den kulturell-geschichtlichen Teil des Besuchsprogramms. Neben einem Abstecher in Luxemburg ergaben sich im Rahmen der u.a. durch engagierte Züchter des Zuchtbezirkes organisierten Übernachtungen auch eine Vielzahl von persönlichen Kontakten und bisweilen gemütlichen Diskussionsrunden. Ein herzliches Dankeschön an alle, die diese Reise und die vielen Erlebnisse durch ihr Engagement unterstützt haben.

Dr. Horst Willer (31.07.07):

 

Russische Schüler auf Großer Fahrt 2007

Am frühen Morgen des 23. Juni wurden acht Schüler/innen und vier Lehrkräfte der Samkowskaja Grund- und Realschule Trakehnen von dem Lehrerekollegium und den Gastfamilien der Walsroder Partnerschaftsschule freundlich begrüßt und willkommen geheißen. Am Nachmittag ging es nach einer Ruhepause in den Vogelpark Walsrode. Die Sonderausstellung „275 Jahre Trakehnen“ in Verden stand für die russischen Gäste am folgenden Tag auf dem Besuchsprogramm. Welch` eine Überraschung: Vor dem Pferdemuseum nun die unmittelbare Begnung mit dem Doppelgänger des Tempelhüter-Denkmals, das ehemals die heutige Schlossschule, das fühere Landstallmeisterhaus, zierte. Die zahlreichen Exponate, Gemälde, Bilder und erläuternden Texte zu den Epochen des legendären Hauptgestüts versetzten die Schüler/innen in Staunen: Der Kontrast zwischen dem ehemaligen Glanz und der Größe ihres Heimatortes und der schlichten Gegenwart wurde ihnen nun so recht bewusst. Einigen dürfte auch verständlich geworden sein , was es im konkreten Fall bedeutet, das kulturelle Erbe zu bewahren.

Das Reiseziel für die nächsten Tage war Bayern. Die ersten prächtigen Trakehner Pferde konnten die russischen Gäste in der Nähe von Biebelried im Gestüt der Familie Leicht- Mechler bewundern. Dort gab es dann auch ein köstliches Mittagessen. Am Nachmittag und folgenden Tag widmeten sich die Würzburg-Kenner Edith und Günther Buerschaper voll der Gruppe, die sich sehr schnell von dem Charm der fränkischen Metropole, ihren Sehenswürdigkeiten und dem hübschen Maintal mit seinen grünen Rebflächen faszinieren ließ. Nachdem sie die Fürstbischöfliche Residenz,die Marienkapelle, den Kiliansdom und die Feste Marienburg über dem Maintal besucht hatten, meinten einige Schüler/innen, soviele herrliche historische Bauten in einer so gepflegten größeren Stadt hätten sie noch nicht in ihrem Leben gesehen.Abends schloss sich noch ein Ausflug zu Mainschleife in Volkach und zum Schloss Hallburg an, wo leider witterungsbedingt die sonst übliche Musikveranstaltung ausfiel.

Nach der Weiterfahrt nach Oberammergau war die Gruppe im Bayerischen Landgestüt Schwaiganger angemeldet. Ein Gang durch die großzügig angelegte Gestütsanlge unter fachkundiger Führung des Leiters, Herrn Dr. Senckenberg, ließ die russichen Besucher erahnen, was ein Staatsgestüt ausmacht. Dort waren nicht nur im Turniersport erprobte Hengste, darunter auch die Trakehner Championatssieger, wie In Flagranti, Imperio und Zauberfürst, sondern auch eine größere Stutenherde zu bestaunen.Dies war zweifelsohne ein weiterer Höhepunkt der Reise.Da Oberammergau noch mehr zu bieten hat als Passionsspiele und Holzschnitzerei, konnten sich die Schüler vor der traumhaften Kulisse des bayerischen Voralpenlandes in dem Erlebnisbecken des riesigen Wellenberg-Bades tummeln und erfrischen. Die Lehrer/innen zogen es vor, mit der Lagerbergbahn auf den Hausberg von Oberammergau zu fahren,um die Fernsicht zu genießen.

Die wunderschöne und bizarre Gebirgslandschaft der Alpen wird den Besuchern noch lange im Gedächtnis bleiben. Die Alpenreise fand dann in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck, wo die Hofburg, die Hofkirche, der Leopoldsbrunnen und das Goldene Dachl nicht im Besichtigungsprogramm fehlen durften, und an der Friedensglocke in Mösern bei Seefeld seinen krönenden Abschluss. Als um 17 Uhr- wie an jedem Tag – die gewaltige Glocke, aufgestellt im Freien an einem der schönsten Plätze Tirols, zu läuten begann, konnten die russischen Besucher die Tränen nicht verbergen. Die Friedensglocke, Symbol für Völkerverständigung und gute Nachbarschaft, ist längst zu einem Wallfahrtsort geworden.

Am Sonnabend, den 30. Juni, dem ersten Teil der Rückreise konnte die Gruppe noch einmal in Marsberg bei Familie Thiel bei Kaffee und Kuchen verschnaufen. Dankbarkeit für das Erlebte und gewachsene Sympathie für unser Land und uns als Gastgeber waren bei den russischen Gästen allenthalben zu spüren. Am Sonntag trat dann die Gruppe in zwei russischen Kleinbussen wieder die Heimreise in das ferne Jasnaja Poljana an.

Vielen Sponsoren, so der Kaselowsky-Stiftung, Bielefeld; der Volksbank Marsberg; dem Kutusministerium Bayern; der Fa. Mühlenbein, Rösenbeck; der Fa. Hoppe, Rösenbeck; Hippo-Assurantien; dem Trakehner Förderverein und Frau Hahn, Walsrode, aufgrund deren besonderen finanziellen Engagements diese Reise erst möglich wurde, sei an dieser Stelle vielmals gedankt.

Nachtrag zum Austausch 2011: Russische Schüler aus Trakehnen in Schleswig –Holstein

Der jährliche Schüleraustausch zwischen der Grund-und Realschule in Jasnaja Poljana - ehemals Trakehnen – und der Partnerschaftsschule Walsrode ist mittlerweile zu einer festen Institution geworden. So war Ende April/ Anfang Mai eine Besuchergruppe von acht Schüler/innen und vier Lehrkräften zum elften Mal aus dem fernen russischen Teil Ostpreußens in Deutschland. Nur die Schüler/innen mit den besten Noten in ihrem Schulabschlusszeugnis haben das Privileg an dem Schüleraustausch teilzunehmen. In der ersten Woche wurde ihnen ein vielfältiges und abwechselungsreiches Besichtigungsprogramm in Schleswig- Holstein geboten. Auch diesmal hat Herr Leonhard Thiel ( 2.Vorsitzenderdes Trakehnenvereins ) trotz gesundheitlicher Belastungen es auf sich genommen, die Gruppe auf ihrer Reisetour zu betreuen und zu begleiten.
Ihr ständiges Quartier in der ersten Woche fanden die Gäste auf dem Reiter- und Ferienhof Tanneneck bei Antje und Christoph Bendtfeldt. in 23684 Schürsdorf, nur 4 km entfernt vom Ostseebad Scharbeutz. In dem kleinen Ferienparadies, umgeben von Wäldern und Pferdeweiden, haben sich die jungen Menschen und ihre Betreuer gleich sichtlich wohlgefühlt. An jedem Abend nach dem gemeinsamen warmen Abendessen traf man sich noch mit deutschen Feriengästen zur gemütlichen Runde am Lager- oder Grillfeuer. Das erste weitere Reiseziel führte die Gruppe am Montag, den 26. April nach Dänemark auf die Insel Römö nördlich von Sylt. Die Jugendlichen aus Russland erlebten dort zum ersten Mal am weitläufigen Strand die Gezeiten von Ebbe und Flut Nach der Besichtigung der herrlichen Kirche in Kirkeby und einem Gang über den Friedhof mit einer Vielzahl von Kriegsgräbern ging es dann in den Hafen von Havneby, um etwas über die Krabbenfischerei zu erfahren. Dort kam dann auch eine zünftige Fischmahlzeit den Wünschen der Reisegruppe entgegen. Eine Führung in russischer Sprache durch die alte Hansestadt Lübeck am folgenden Tag war dann schon ein erster Höhepunkt. Der Rundgang durch die Altstadt vorbei am Holstentor, dem Lübecker Dom zum Rathaus und Buddenbrock Haus endete gegen Abend in der prächtigen Marienkirche. Hier ließ ein imposantes Orgelkonzert auf der größten Orgel der Welt die Herzen der jungen Menschen höher schlagen. Sie erfuhren aber auch, dass diese herrliche gotische Backsteinkirche im Bombenangriff auf Lübeck während des letzten Weltkrieges fast völlig zerstört worden war.
Natürlich stand auch Hamburg auf dem Besichtigungsprogramm. Das sprichwörtliche Tor zur Welt wurde dort vor allem auch in Augenschein genommen im “Minatur -Wunderland“. In dieser fantastischen Ausstellung, in der nicht nur Hamburg und die Küste sondern auch der Harz, Skandinavien , Teile Österreichs und der Schweiz sowie Landesteile von Amerika im Kleinformat nachgebildet worden sind, konnten die russischen Besucher voller Erstaunen nach Belieben auf eine virtuelle Reise gehen. Dieses Wunderwerk soll noch weiter auf
2 300 qm Modellfläche ausgebaut werden. Bereits jetzt verkehren ca.800 Züge und mehr als 5000 Autos auf den Gleisen und Straßen. Dazwischen befindet sich die Wunderwelt der unzähligen Häuser, Brücken , Bäume und Lichter. An einem der folgenden Tage konnte dann der Wunsch nach Besichtigung eines modernen Kreuzfahrtschiffes erfüllt werden So durften im Fährhafen Kiel die Schüler/innen mal an Bord gehen und den Komfort eines heutigen Luxusliners bestaunen. Der sonnige Norden Deutschlands hatte noch mehr zu bieten: Das in der Holsteinischen Schweiz gelegene Gut Panker werden die russischen Gäste ebenfalls in guter Erinnerung behalten. Die in dem kleinen Dorf angesiedelten Galerien und kleinen Läden mit ihrem Kunsthandwerk, Antiquitäten und Wohn- und G artenaccessoires fanden genauso große Aufmerksamkeit wie die Führung durch das traditionsreiche Trakehner Gestüt. Frau Veronika v. Schöning, der seit Kurzem die fachliche Betreuung des Gestüts obliegt, sei an dieser Stelle nochmals für den netten Empfang der russischen Besucher gedankt. Auch ein kurzer Aufenthalt in dem bekannten Hotelrestaurant Ole Liese durfte nicht fehlen.
Damit sich die Gäste aus Trakehnen, wo leider jene edlen Pferde nicht mehr gezüchtet werden, nochmals ein Bild davon machen konnten, was die moderne Trakehner Pferdezucht in Deutschland zu bieten hat, ging am Samstag, den 1. Mai, die Fahrt zur zentralen Stuteneintragung des Zuchtbezirks Schleswig - Holstein zum Gestüt Tasdorf bei Neumünster. Dort hatten sich zur Begegnung mit den russischen Schülern/innen und Lehrern auch der 1. Vorsitzende des Trakehnenvereins, Herr Prof. Dr. Dr. Jürgen Bloech , und der Schatzmeister, Herr Bernd Klausing, eingefunden In Tasdorf konnten nach einer kurzen Begrüßung der russischen Gäste durch die 1. Vorsitzende des Trakehner Verbandes und Hausherrin, Frau Petra Wilm, die herrlichen dreijährigen Stuten auf dem “Laufsteg“ bewundert werden. Die erste Woche fand ihren fröhlichen Abschluss mit dem Besuch der Ostseetherme zwischen Timmendorf und Scharbeutz. Hier waren das Erlebnisbad mit Gegenstromanlage, Strömungskreisel und einer Grotte mit Wasserfall das absolute Highlight.
Die folgende Woche ab 3. Mai verbrachte dann die Gruppe an der Walsroder Realschule, wo sie am täglichen Unterricht teilnahmen und bei Gastfamilien Unterkunft fanden. So konnten sie auch unmittelbar einiges über die Lebensweise der Menschen in Deutschland erfahren Am Ende des erlebnisreichen Aufenthalts, als die Gäste sich wieder verabschiedeten und die Rückreise antreten mussten, kam schon bei einigen etwas Wehmut auf.

Folgenden Sponsoren: der Stiftung Trakehner Pferd, dem Trakehner Förderverein, der Familie Bendtfeldt und auch der Hippo Assekuranz, die durch ihre Unterstützung und ihre Spenden den Schüleraustausch möglich gemacht haben, sei an dieser Stelle vielmals gedankt.

Dr. Horst Willer (01.09.10)